Eva Sirch

Karriere

Ken Doherty ist für mich – und wohl für viele Snooker-Fans weltweit – weit mehr als nur ein Name auf der Weltrangliste. Der Ire aus Dublin verkörpert wie kaum ein anderer Spieler den klassischen Aufstieg vom leidenschaftlichen Nachwuchstalent zum Weltmeister. Auf dieser Seite findet ihr alles Wichtige zu seiner beeindruckenden Profikarriere.

Der Weg nach oben

Kenneth Joseph Doherty wurde am 17. September 1969 in Dublin geboren. Schon früh zeigte sich sein außergewöhnliches Talent am Snookertisch. 1989 krönte er sich sowohl zum Weltmeister der U21 als auch zum Weltamateurmeister – eine Doppelleistung, die seinen Ruf als eines der größten Talente seiner Generation festigte. Kurz darauf wagte er den Schritt ins Profilager und zog nach London, um sich in der Weltspitze zu etablieren.

Seine ersten Schritte auf der Profitour waren vielversprechend: 1992 stand er bereits im Finale des Grand Prix, das er erst in einem knappen 9:10 gegen Jimmy White verlor. Nur wenige Monate später holte er beim 1993 Welsh Open seinen ersten Ranglistentitel – den Auftakt zu insgesamt sechs Ranglistensiegen.

Der große Triumph: Weltmeister 1997

Das Jahr 1997 wird für immer mit Ken Dohertys Namen verbunden sein. Im Finale der Weltmeisterschaft im Crucible Theatre Sheffield traf er auf den damals schier unbesiegbaren Stephen Hendry – und gewann mit 18:12. Es war Hendrys erste Niederlage in einem WM-Finale seit 1991, und Doherty schrieb Geschichte als erster Spieler überhaupt, der Weltmeister auf Junior-, Amateur- und Profi-Ebene wurde.

Als Spieler aus der Republik Irland war er zu diesem Zeitpunkt erst der zweite Nicht-Brite, der den prestigeträchtigsten Titel im Snooker gewann – nach Cliff Thorburn 1980. Ein Moment, der uns Fans bis heute Gänsehaut beschert!

WM-Finals 1998 und 2003

Als amtierender Weltmeister kehrte Doherty 1998 ins Crucible zurück und verlor das Finale gegen John Higgins mit 12:18. Noch dramatischer war das Finale 2003 gegen Mark Williams: Nach einem scheinbar hoffnungslosen 2:10-Rückstand kämpfte sich Doherty auf 11:11 heran – ein episches Comeback! Am Ende verlor er hauchdünn mit 16:18. Kaum ein WM-Finale hat die Snooker-Welt so mitgerissen wie dieses.

Karrierehöhepunkte im Überblick

  • 🏆 Weltmeister 1997
  • 🥈 WM-Finalist 1998 und 2003
  • 6 Ranglistentitel (u. a. Welsh Open 1993, Irish Masters)
  • 17 Ranglistenfinali insgesamt
  • Karrierehöchstranking: Weltrangliste Platz 2 (Saison 2006/07)
  • Kommentator und TV-Experte bei BBC und Eurosport

Mehr offizielle Infos zu Kens Karriere findet ihr beim World Snooker Tour Spielerprofil sowie in der ausführlichen Wikipedia-Biografie.